Gute Gespräche nützen mehr als viele Worte

Viele Dialoge helfen beim Spracherwerb
Sprache: Dialoge fördern optimal
- Foto: iStock/Valua Vitaly

Fernsehen oder Hörbücher können den Wert echter Dialoge mit den Eltern nicht ersetzen! 

Sprechen lernen Kinder am besten im wechselseitigen Austausch mit ihren Eltern – und nicht etwa durchs Zuhören allein. Neue Belege dafür sammelten Forscher des Massachusetts Institute of Technology in einer Studie mit 4- bis 6-jährigen Kindern. Ihre Untersuchung liefert den ersten Nachweis, dass der Eltern-Kind-Austausch die Entwicklung jener Hirnregion wesentlich unterstützt, die bei der Sprachproduktion am stärksten beteiligt ist: das Broca-Areal.

Darüber hinaus relativiert die Studie den Einfluss eines kleinen Wortschatzes der Eltern auf den Spracherwerb: Kinder aus Familien mit geringem Bildungsniveau können durch die Anzahl und Qualität der Gespräche mit Mutter und Vater genauso gut gefördert werden wie Kinder aus Familien mit hohem Bildungsniveau.

Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass Kinder aus ärmeren, bildungsfernen Familien weniger Wörter hören als Kinder wohlhabender Familien. Im Alter von vier Jahren beträgt der Unterschied bis zu 30 Millionen Wörter. Damit eng verbunden sind weniger gut ausgebildete Sprachkompetenzen in der ersten Klasse. 

Sprach-Ping-Pong stärkt Verbindungen

Das Team um den Neurowissenschaftler John Gabrieli bestätigte diese Diskrepanz. Neu ist jedoch das Ergebnis, dass die Zahl der echten Dialoge die Sprachfertigkeiten von Kindern offenbar stärker beeinflusst als der Status der Familie. Der größte Antrieb für die Hirnentwicklung scheint nicht die Menge der gesprochenen Worte zu sein, sondern die Menge der Gespräche. Offenbar fördert das kommunikative Hin und Her die Verbindung von Hirnzellen in der betroffenen Region, vermuten die Forscher.

In echten Dialogen lernen Kindern zwei Komponenten kennen: die zeitliche Übereinstimmung mit dem Gesprächspartner und einen inhaltlich sinnhaften Bezug. Dieser Prozess beginnt bereits vor dem Sprechen, etwa wenn sich ihre Eltern oder andere Pflegepersonen mit ihnen in einer Babysprache verständigen. 

Interaktion ist ein Austausch von Gefühlen

Die Bedeutung liebevoller und ermutigender Gespräche steigt mit dem Maß der Nutzung von Geräten zur Kommunikation ohne direktes Gegenüber, wie Fernseher oder Sprachassistenten. „Dabei geht es bei einem Austausch nicht nur um Worte, sondern auch um Gefühle und um die Aufmerksamkeit fürs Gegenüber“, zitiert sprektrum.de John Gabrieli. Alle Informationen über die Ergebnisse der Studie lesen Sie in diesem Artikel.

Mit ihren neuen Erkenntnissen bildet die Studie eine Grundlage für weitere Untersuchungen zu den Einflüssen auf sprachliches Lernen. Bleibt zu hoffen, dass die Wissenschaftler dabei nicht nur die Kommunikation zwischen Eltern und Kind untersuchen, sondern auch weitere Faktoren, die eine sichere Bindung begünstigen. Denn: Durch die Erfahrung von Sicherheit ist ein Kleinkind freier von Angst und erkundet seine Umwelt mutiger. Bindung fördert folglich das Lernen, auch von Sprache.

Quelle: Spektrum.de

Studie: Rachel R. Romeo et al., Beyond the 30-Million-Word Gap: Children’s Conversational Exposure Is Associated With Language-Related Brain Function, Psychological Science, 14. Februar 2018

Autorin: Angelika Urbach, Online-Redaktion, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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